R-02 Copilot & Adoption
Plugins, Skills, Agent2Agent: Agenten-Governance wird Pflicht

Im September hat Microsoft gleich sechs Meldungen rund um Agenten veröffentlicht. Einzeln wirken sie wie kleine Updates. Zusammen ergeben sie ein klares Bild: Agenten werden zum Baukasten, und der Baukasten braucht Regeln. Eine Frist läuft dabei schon am 25. Oktober ab.
Plugins ersetzen „Agents“ und „Customize“
Die neue Plugin-Registry (MC1484008) bündelt Agenten, Skills, Connectoren und MCP-Server in einem Paket. Ein Plugin, überall nutzbar: in Chat, Cowork, Code, Autopilot, Word, PowerPoint, Excel und SharePoint.
Die neue Plugin-Registry im Microsoft 365 Admin Center. Screenshot: Microsoft, MC1484008
Für Nutzer heißt das: Der Button „Plugins“ ersetzt „Agents“, „Agents & Skills“ und „Customize“. Die Registry rollt gerade aus, bis Ende November finden Nutzer ihre Agenten dann unter „Plugins“. Admins finden alles im Admin Center unter Agents > Tools.
Die Frist: Wer darf Advanced Agents hochladen?
MC1472007 bringt eine neue Einstellung „Hochladen erweiterter Pakete“ unter Copilot > Einstellungen. Advanced heißt: ein deklarativer Agent mit Actions oder mit MCP-Server. Basic-Pakete bleiben erlaubt.
Die Upload-Regel für erweiterte Pakete mit drei Optionen. Screenshot: Microsoft, MC1472007
Du hast drei Optionen: alle Nutzer, niemand oder bestimmte Nutzer und Entra-Gruppen.
⚠️ Deadline 25. Oktober 2026
Triffst du bis dahin keine Entscheidung, bleiben Advanced-Uploads ab diesem Tag dauerhaft für alle erlaubt. Kein Klick ist hier auch eine Entscheidung.
Skills und Agent2Agent
- Skills in deklarativen Agenten sind allgemein verfügbar (MC1476977). Ein Skill packt Anweisungen, Skripte und Vorlagen zusammen. Skripte laufen in einer Sandbox, Sensitivity Labels auf Skill-Dateien bleiben erhalten. Einschränkung: Mit Information Barriers geht das noch nicht.
- Agent2Agent (A2A): Agent-365-Agenten mit A2A-Protokoll lassen sich als Connected Agents in deklarative Agenten einbinden (MC1478975). Installieren darf sie nur der Admin, über die Seite „Alle Agenten“ im Admin Center. Im Detail eines Agenten siehst du unter „Connected agents“, mit wem er spricht.
Unter „Connected agents“ siehst du, mit wem ein Agent spricht. Screenshot: Microsoft, MC1478975
Ein Detail aus dem Screenshot: Pro Agent lassen sich bis zu zehn weitere Agenten verbinden.
Agenten dürfen schreiben
- Federated Connectors bekommen Create-, Update- und Delete-Aktionen in Drittsystemen (MC1476316). Ausgeführt wird mit den Rechten des Nutzers, und jede Aktion braucht eine Bestätigung: Cancel, Allow once oder Always allow. Im Researcher bleiben Connectoren schreibgeschützt. Im Admin Center siehst du pro Connector, welche Lese- und Schreib-Tools er mitbringt, und kannst ihn bei Bedarf deaktivieren.
- Azure DevOps per MCP: Copilot Deep Work analysiert Work Items und Bugs per Sprache (MC1479505). Über die Einstellung „Azure DevOps data in Microsoft 365 Copilot“ im Admin Center legst du fest, wer das darf: alle, bestimmte Nutzer und Gruppen oder niemand.
Was bleibt
Microsoft liefert die Steuerung mit: Upload-Regel, Admin-Installation für A2A, Bestätigung für Schreibaktionen. Das ist gut. Aber die Standards sind offen, nicht geschlossen. Wer nichts tut, bekommt den vollen Funktionsumfang für alle.
☕ Espresso-Moment: Eine Siebträgermaschine mit sechs Brühgruppen ist großartig. Ohne Barista, der weiß, wer wann zapft, gibt es nur Chaos am Tresen.
Das nimmst du mit
- Bis 25. Oktober die Upload-Regel für Advanced Packages setzen
- Freigabeprozess für Plugins und Skills definieren
- Connected Agents vor Freigabe im Admin Center prüfen
- Lese- und Schreib-Tools der Federated Connectors durchgehen
- ADO-Zugriff für Copilot im Admin Center festlegen
- Schulungsunterlagen auf „Plugins“ umstellen
Message-Center-Meldungen: MC1484008, MC1472007, MC1476977, MC1478975, MC1476316, MC1479505
Wie gehst du das Thema in deinem Tenant an? Schreib mir auf LinkedIn, ich bin gespannt auf deine Erfahrungen.
